Der Arbeitgeber gewährt nicht den beantragten Urlaub? Nach dem Bundesurlaubsgesetzt (kurz BurlG) haben Arbeitnehmer in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Vorgeschrieben sind hier mindestens 20 bzw. 24 Werktage – je nachdem ob Sie laut Vertrag eine 5-Tage-Woche oder eine 6-Tage-Woche zu arbeiten haben. Finden sich in Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag abweichende Regelungen, die zu Ihren Gunsten sind, (z. B. 30 Tage Urlaub bei einer 5-Tage-Woche) haben diese Vorrang zu den gesetzlichen Regelungen.

Urlaubsanspruch und Wartezeiten

Wenn Sie gerade erst an einer neuen Arbeitsstelle anfangen haben Sie noch keinen Anspruch auf die „vollen“ vier Wochen Urlaub. Das BUrlG sieht hier stattdessen Anspruch auf sog. Teilurlaub vor, der sich auf ein Zwölftel des vorgesehenen Jahresurlaubs für jeden vollen Monat seit Beginn des Arbeitsverhältnisses erstreckt. Dieser Teilurlaub steht Ihnen auch zu, wenn Sie die Arbeitsstelle bereits vor Ablauf der 6-monatigen Wartezeit wieder aufgeben.

Kann ich meinen Urlaub zu der von mir gewünschten Zeit nehmen?

Das Bundesurlaubsgesetzt sieht vor, dass bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs, die Wünsche des Arbeitsnehmers zu berücksichtigen sind. Sie müssen als Arbeitnehmer jedoch damit rechnen, dass einige Ihrer Kollegen wegen sozialer Gesichtspunkte Vorrang haben (z. B. Arbeitnehmer mit Familie/Kindern). Darüber hinaus kann es sein, dass der von Ihnen gewünschte Zeitpunkt für Ihren Urlaub dringlichen, betrieblichen Belangen entgegensteht und verschoben werden muss.

Anders steht die Sache, wenn Ihr Arbeitgeber den Urlaub bereits genehmigt hat. In diesem Fall darf der Arbeitgeber diesen Urlaub nicht einfach widerrufen und in einem arbeitsrechtlichen Prozess hätte er zumeist auch schlechte Karten.

Verfall von Urlaubsansprüchen

Urlaubsansprüche können kurzfristig verfallen, weshalb der berechtigte Umfang des Urlaubsanspruchs geklärt werden muss und überprüft werden muss, ob eine gerichtliche Durchsetzung sinnvoll ist oder nicht.

Insbesondere bei längerer Erkrankung droht ein Verfall des Urlaubsanspruchs, weshalb Aufklärung wichtig ist!

Urlaub am 24.12. und 31.12.?

Entgegen langläufiger Meinung stellen diese beiden Dezembertage keine „offiziellen“ halben Arbeitstage dar, sondern gelten als ganz normale Arbeitstage. Sofern es also im Arbeitsvertrag keine abweichende Regelung diesbezüglich gibt, müssen Arbeitnehmer auch an diesen Tagen die volle vertragliche Arbeitszeit erbringen oder sich eben je einen ganzen Tag Urlaub nehmen.

 

Urlaub wird nicht gewährt oder der gewährte Urlaub wurde widerrufen?

Bei Problemen mit Urlaub/Urlaubsabgeltung stehen unsere Fachanwälte für Arbeitsrecht – Herr Rainer Lüders und Herr Oliver Schunck – zu Ihrer Verfügung.